KAPITEL 2: Das Loch

Ich sah nämlich Gas. Und dieses Gas stank so ekelhaft, dass es mir den Atem verschlug. Es roch nach Schwefel, aber irgendwie konnte das ja nicht sein.

Als ich näher hinsah, bemerkte ich einige Personen in dem Loch. Waren die denn, bekloppt? Die konnte doch nicht einfach in ein Loch voller giftiger Dämpfe klettern! „Hey!“ rief ich. „Was ist hier los? Wo ist die Sporthalle??“

Einer der Leute sah zu mir hoch. Ich traute meinen Augen nicht: Es war Lukes Spanier! Der Typ, der vor ihm so Angst hatte! Aber ich überlegte gar nicht erst, wie der hierhergekommen war. Irgendwie war heute alles komisch.

„Ööh“ war alles was der Kerl rausbrachte, dann verschwand er wieder in die Mitte des Loches und ich konnte ihn nicht mehr sehen. Ich entschloss mich, herunterzuklettern, anscheinend waren diese Dämpfe ja doch nicht giftig. Aber wie sollte ich das machen? Das Loch war schließlich ungefähr doppelt so tief wie unser Haus hoch war! Ich lief erstmal drumherum. Auf einmal bemerkte ich eine lange Leiter, die an den Rand der Grube gelehnt war. Okay, dachte ich, los gehts.

Ich trat auf die erste Sprosse, und es kam, wie es kommen musste. Das blöde Stück Holz kippte um, und ich hing mit dem Fuß drin. Super.

Ich hatte kaum Zeit, nachzudenken, aber da die Leiter ziemlich langsam umfiel, kletterte ich ein paar Sprossen nach unten. Je niedriger die Fallhöhe, desto niedriger die Wahrscheinlichkeit dass ich meine Cornflakes bald unter der Erde zusammensuchen konnte.

Ich war schon fast am unteren Ende der Leiter angekommen, als mir etwas auffiel. Die Leiter konnte doch eigentlich gar nicht so langsam fallen! Ich hatte schließlich eine halbe Minute gebraucht, um dahin zu kommen, wo ich war. Ich sah nach unte und mir wurde alles klar. Die Leiter steckte im Boden. Sie hatte sich nur gebogen und war ger nicht umgefallen!

Ich wollte gerade aufatmen, da brach die Leiter auf einmal direkt unter mir auseinander. Schreiend fiel ich die restlichen fünf oder sechs Meter nach unten.

Plaff.

Plaff?

Komisches Geräusch. Zerspringende Knochen machten doch nicht „plaff“!

Auf einmal sah ich, dass ich auf einem Stapel Matratzen lag. Ich sah mich um und merkte, dass ich mich, obwohl sie doch weg war, in der Sporthalle befand! Offenbar war diese abgesackt.

Direkt neben mir war ein großer Lavasee. Das kam mir nicht seltsam vor, vielmehr erklärte es die Situation. Anscheinend hatte es eine Art Erdbeben gegeben, durch das die Sporthalle abgesackt war. Durch die Verschiebung des Untergrundes war ein wenig Lava nach oben gekommen und machte sich jetzt am Hallenboden zu schaffen. Das war zwar merkwürdig, aber wenigstens hatte ich eine Erklärung für diese komischen Ereignisse.

Auf einmal öffnete sich eines der Tore, hinter denen sich die Geräte befanden, und wer herauskam, war niemand anders als...