KAPITEL 12: Der Plan

Nachdem ich mich einigermaßen beruhigt hatte, gingen wir den Plan nochmal durch. Wenn er schiefgehen würde, hätten wir keine Chance mehr. Der Hustinettenbär zählte die einzelnen Punkte auf.

"Also, als allererstes gehen wir zum Großwesirfurunkel von Schlurf."

"Wo lebt der eigentlich?", fragte ich.

"Dazu kommen wir später. Also, wir melden ihm die V.O.L.L.K.O.R.N.B.R.O.T., damit er uns helfen kann."

"Genau."

"Wir bitten ihn, den Bann, der Gott in der Hölle eingesperrt hat, zu lösen."

"Aber nicht, ohne zu erklären, warum wir das vor'aben", fügte Pedro hinzu. "Sonst werden wir wahrscheinlich als Terroristen verurteilt und ins Gefängnis gesteckt."

"Stimmt, da müssen wir vorsichtig sein. Also, wenn er einverstanden ist und den Bann löst, müssen wir uns beeilen, damit Gott nicht zu viel Chaos anrichtet. Am besten töten wir Steffan gleich an Ort und Stelle..."

Ich hatte das Gefühl, ich sollte mich einmischen. "Danke, dass ihr so schonend darüber redet", sagte ich. "Es ist wirklich ein tolles Gefühl, geopfert zu werden!"

"Hör mal, wir haben darüber schon geredet", entgegnete der Hustinettenbär. "Dank Pedros herausragender Intelligenz ist das die einzige Möglichkeit, die wir haben. Außerdem kommst du ja zurück. Höchstwahrscheinlich zumindest, naja, Satan wird schon einen Weg finden."

"Wie wollt ihr mich überhaupt töten?"

"Du bekommst eine Spritze mit einem starken Gift, das dich innerhalb von Sekunden schmerzlos tötet. Wir wollen dich ja nicht quälen."

Das war wirklich sehr beruhigend.

"Also, wenn du dann im Himmel bist - wir wollen mal hoffen, dass du nicht in die Hölle kommst, du musst Petrus einfach überzeugen, wenn er skeptisch ist - dann gehst du so schnell wie möglich zu Satan und sagst ihm bescheid, dass er auf die Erde kann. Sag ihm, dass ich dich schicke."

"In Ordnung."

"Und dann sehen wir mal, was kommt. Satan kann uns auf jeden Fall unterstützen. Du als Messias musst natürlich trotzdem die Hauptarbeit machen."

"Das ist doch unfair! Ich hab mit der ganzen Sache doch gar nichts zu tun! Ist das ein ungeschriebenes Gesetz oder so, dass es immer, egal bei welcher noch so schwachsinnigen Geschichte, einen Auserwählten gibt, der der Einzige ist, der die Welt retten kann?"

"Nein..."

"Sondern?"

"Es ist ein geschriebenes Gesetz." Der Hustinettenbär griff in Pedros Hosentasche - nicht die mit Osama Bin Laden - und holte ein Buch heraus. "Hier", er schlug eine Seite auf und zeigte sie mir, "Paragraph 4, Absatz 2a: 'Der einzige, der die Welt retten kann, ist der Auserwählte. Er kann sich nicht weigern, diese Aufgabe durchzuführen.' - Aus dem Gesetzbuch für schwachsinnige Geschichten, fünfte Auflage, übersetzt aus dem Schlurfischen von Stedmund Oiber."

"Okay", sagte ich, "das hatte ich jetzt nicht erwartet."

"Hier geht es nicht um das, was du erwartest, sondern um das, was dich erwartet", sagte der Hustinettenbär, und sein Gesicht zeigte die Überzeugung, etwas furchtbar Schlaues gesagt zu haben. "Also, wann fangen wir an?"

"Halt, ich habe vorher noch eine Frage", warf ich ein. "Was passiert, wenn wir das Höllentor einfach offen lassen? Gott kann doch nicht raus, also was soll schon passieren?"

Der Hustinettenbär seufzte. "Das ist wahr, Steffan, aber in der Hölle gibt es ja nicht nur Gott. Da sind alle bösen Toten, also Verbrecher, Mörder, Volksmusiksänger und so weiter. Die werden durch keinen Bann festgehalten! Wir haben einige unserer besten Mitglieder kurz hinter dem Tor stationiert. Die können die vereinzelten Toten, die zufällig vorbeikommen, noch zurückhalten, aber wenn es sich da unten erstmal herumspricht, dass das Tor offen ist, na dann gute Nacht."

"Dann fangen wir am besten sofort an. Also, wo lebt denn jetzt dieser Großvasenfink?"

"Großwesirfurunkel, Steffan. Bitte sprich ihn korrekt an, wir brauchen seine Hilfe unbedingt. Also, der Kerl wohnt in Sprockhövel, da, wo Satan geboren wurde."

"Das ist ja gar nicht weit weg!"

"Stimmt, aber wir sollten uns trotzdem beeilen. Komm, wir fahren erstmal zurück ins Hauptquartier!"